12. Zürcher Traumatage -
Trauma, Sucht und toxische Kultur

Peter A. Levine, Lisa Najavits und Gabor Maté (angefragt)

Daten

Datum: 24.06.2022, 10:00–10:00
25.06.2022, 10:00–17:30
26.06.2022, 10:00–17:30
Leitung: Dr. Peter A. Levine (USA)
Dr. Gabor Maté (angefragt) (CAN)
Dr. Lisa Najavits (USA)
Sprache: Englisch mit Übersetzung ins Deutsche
Kosten: CHF 870
Kursort: Zürich

Peter A. Levine
DIE WURZELN DER SUCHT

Immer mehr Fachleute, die im Arbeitsfeld der Sucht tätig sind, kommen heutzutage zur Einsicht, dass emotionaler Schmerz und Trauma eine Schlüsselrolle spielen bei der Entstehung und Ausübung des Suchtverhaltens. Damit eine Form von tiefgreifender Heilung erfolgen kann, braucht es dringend Wege, um diese im Hintergrund wirkenden Kräfte zu thematisieren. Der häufig übersehene, dem Ganzen zu Grunde liegende tiefe Schmerz und das damit verbundene Trauma müssen adressiert werden, wenn eine Sucht erfolgreich verabschiedet werden soll. Das muss auf eine achtsame und sorgfältige Art und Weise geschehen, damit nicht ungewollt die Welt des Impulsiven, des Ausagierens und des Wiederholens getriggert werden - und so einen Rückfall statt einer positiven Evolution erzeugen.

Peter A. Levine ist seit vielen Jahren klinischer Berater beim grossen amerikanischen Suchtzentrum «The Meadows» in Arizona, wo viele mögliche Formen von Sucht behandelt werden. Seine Überzeugung, dass Trauma an der Wurzel von Süchten meist eine treibende Kraft ist, wurde dort in den Mittelpunkt der therapeutischen Behandlungen gestellt. Egal ob es sich um Alkohol-, Medikamente-, sonstige Drogen-, Sex-, Porno-, Arbeits-, Liebes- oder Digitalsucht handelt, irgendwo versteckt sich für Peter A. Levine dahinter immer eine nicht aufgearbeitete traumatische Ebene. Das von ihm entwickelte SOMATIC EXPERIENCING (SE) wird im “Meadows” zusammen mit Neurofeedback, EMDR, Psychodrama, EFT, Reittherapie oder den «Internen Familien Systemen» als führende Behandlungsform praktiziert.

Der Begründer von SE wird in seinen beiden Präsentationen zuerst den theoretischen Hintergrund seines Ansatzes bezüglich dem Thema Sucht präsentieren und dann mittels Übungen und dem Zeigen der praktischen Anwendung mittels Live-Demos den Bogen zur Praxis ziehen. Personen, die sich für Live-Demos zur Verfügung stellen wollen, können sich vor dem Anlass beim Veranstalter melden.


Freitagmorgen mit Lisa Najavits:

"Seeking Safety":
ein neues Programm zur Arbeit mit Suchtkranken


"Seeking Safety" (Die Suche nach Sicherheit) ist ein evidenzbasiertes Beratungsmodell, das für Trauma und/oder Sucht entwickelt wurde. Der Fokus liegt darauf, Klienten beim Erlernen neuer Bewältigungsfähigkeiten zu helfen, um mehr Sicherheit in ihrem Leben zu erlangen. "Seeking Safety" ist ein auf die Gegenwart fokussiertes Modell, das mit zahlreichen Bevölkerungsgruppen umgesetzt wurde, darunter Männer, Frauen, Obdachlose, Jugendliche im Strafvollzug, Jugendliche im Übergangsalter und schwer psychisch Kranke. Diese Präsentation wird das Modell kurz beschreiben und eine Zusammenfassung neuer Erkenntnisse und klinischer Erweiterungen bieten. Zu den neueren Entwicklungen gehören "Seeking Safety" unter der Leitung von Gleichaltrigen, die Anwendung des Modells mit Jugendlichen, für Glücksspielstörungen und verschiedene Studien, darunter Seeking Safety unter der Leitung von Gleichaltrigen, die Implementierung mit Militärveteranen und in Kombination mit Sertalin-Medikation. Weitere Initiativen umfassen mobile Apps im Zusammenhang mit Seeking Safety und verschiedene Übersetzungen. Wir werden diskutieren, wie diese Entwicklungen im Zusammenhang mit dem breiteren Feld von Trauma/Sucht und trauma-begleitender Versorgung entstanden sind.


Samstagnachmittag mit Lisa Najavits:

"Finding Your Best Self" (Dein bestes Selbst finden):
ein neues Modell für Trauma, Sucht oder beides


An diesem Nachmittag wird "Finding Your Best Self" vorgestellt, ein neues Genesungsmodell für Trauma und/oder Sucht. Es kann als Selbsthilfe, von Familienmitgliedern, Gleichaltrigen sowie von Beratern im Gruppen- oder Einzelformat verwendet werden. Es bietet 36 kurze Kapitel, die jeweils eine spezifische Facette von Trauma und/oder Sucht behandeln. Beispiele sind: Wie verändern sich Menschen?; Die Welt ist Ihre Schule; Hören Sie auf Ihr Verhalten; Wunsch versus Realität; Mögliche Ichs; Die Sprache von Trauma und Sucht; Sozialer Schmerz; Warum Trauma und Sucht zusammengehören; Vergeben Sie sich selbst; Körper und Biologie; Die Kultur des Schweigens; Wie man einen Rückfall überlebt; Die Entscheidung zu wachsen; Dunkle Gefühle (Wut, Hass, Rache, Bitterkeit); Vorstellungskraft; Erstellen Sie ein heilendes Bild. Die Kapitel können in beliebiger Reihenfolge und in so wenigen oder so vielen Sitzungen durchgeführt werden, wie es die Zeit erlaubt. Es ist ein flexibles Modell für jede Klientin, jeden Klienten, in jedem Setting. Ähnlich wie das Modell "Seeking Safety" strebt auch dieses danach, die Hoffnung durch die Betonung von Idealen zu erhöhen; es bietet Übungen, emotional anregende Sprache und Zitate, um die Patienten einzubeziehen, und liefert konkrete Strategien zum Aufbau von Genesungsfähigkeiten. 


Gabor Maté ist angefragt




Dr. Peter A. Levine

Dr. Peter A. Levine hat seit fast 50 Jahren die menschlichen Reaktionen auf Stress und Trauma intensiv studiert und daraus sein Lebenswerk SOMATIC EXPERIENCING (SE) kreiert. Er gilt als weltweit führender Fachmann im Bereich der somatisch ausgerichteten Traumalehre. Er studierte in Berkeley und promovierte in medizinischer Biophysik und in Psychologie. Später war er war Berater für die NASA …

Dr. Gabor Maté (angefragt)

Gabor Maté ist Arzt und vor kurzem in den Ruhestand getreten. Er war zwei Jahrzehnte lang Hausarzt und sieben Jahre lang als medizinischer Koordinator für die Palliativpflege am Vancouver Hospital zuständig. Zwölf Jahre lang arbeitete er in der Downtown Eastside von Vancouver mit Patienten, die schwer süchtig oder geisteskrank waren, bzw. an HIV und damit verbundenen Krankheiten litten. Zwei …

Dr. Lisa Najavits

Lisa M. Najavits, PhD, ist Direktorin von Treatment Innovations und ausserordentliche Professorin an der University of Massachusetts Medical School. Sie gehörte 25 Jahre lang der Fakultät der Harvard Medical School an und war 12 Jahre lang Forschungspsychologin am Veterans Affairs Healthcare System, Boston. Ihre wichtigsten klinischen und Forschungsinteressen sind Substanzmissbrauch, Trauma, …

Anmeldung

Hiermit melde ich mich verbindlich für obenstehenden Kurs an und akzeptiere nachfolgende Kursbedingungen. Bei einem Rücktritt bis 21 Tage vor Kursbeginn (bei mehrteiligen Kursen / Trainings vor dem 1. Modulbeginn) werden CHF 100.-- an Bearbeitungsgebühren fällig (ausgenommen sind Veranstaltungen unter CHF 100.—, dort verfallen die vollen Teilnahmekosten). Bei Abmeldung weniger als 21 Tage vor Kursbeginn (bei mehrteiligen Kursen / Trainings vor dem 1. Modulbeginn) müssen die ganzen Kurskosten bezahlt werden. Dies gilt auch im Krankheitsfall (wir empfehlen mit der Anmeldung eine Annullierungskosten-Versicherung, die dann aktiviert werden kann). Wenn eine Ersatzperson gestellt werden kann, entfallen diese Kosten. Dies gilt nicht, wenn der Kurs bereits begonnen hat. Versicherung ist Sache der Teilnehmenden. Die Polarity Bildungszentrum AG und die Zentrum für Innere Ökologie AG behalten sich vor, aufgrund von nicht voraussehbaren oder anderen, nicht von der Polarity Bildungszentrum AG oder der Zentrum für Innere Ökologie AG kreierten Gründen, Kurse zu verschieben. Die Teilnehmenden haben dann die Möglichkeit, das neue Datum zu akzeptieren oder ihre Teilnahme am neu terminierten Datum rückgängig zu machen. Bei einer ungenügenden Anzahl von Anmeldungen behalten sich die Polarity Bildungszentrum AG und die Zentrum für Innere Ökologie AG das Recht vor, den Kurs zu annullieren. Den Teilnehmenden steht sowohl bei einer Verschiebung als auch bei einer Annullation weder eine Entschädigung noch Schadenersatz zu. Das Recht der Teilnehmenden bei Kursannullationen oder Kursverschiebungen Schadenersatz geltend zu machen, wird mit der Unterzeichnung dieses Vertrages ausdrücklich ausgeschlossen. Die Haftung der Polarity Bildungszentrum AG oder der Zentrum für Innere Ökologie AG für allfällig beigezogene Hilfspersonen wird vollständig ausgeschlossen.