20.02.2016
SE: Der Einsatz von Interozeption und Pro­prio­zep­tion als Kern­ele­men­te

Vorgestellt wird hier ein theoretischer Betrachtungsansatz menschlicher Traumen und chronischer Belastungen basierend auf praktischen Erfahrungen mit Somatic Experiencing® (SE), einer Traumatherapie, die Klienten schwerpunktmäßig darin anleitet, auf ihre eigene interozeptive, kinästhetische und propriozeptive Wahrnehmung zu achten. SE™ behauptet, dass diese Art von Aufmerksamkeit für innere Vorgänge – neben dem Einsatz kinästhetischer und interozeptiver Bilder – zur Auflösung von Symptomen führen kann, die auf chronische und traumatische Stress- und Belastungssituationen zurückgehen. Erreicht wird dies durch Vollendung verhinderter, auf biologischen Grundlagen beruhender Schutz- und Abwehrreaktionen sowie durch Entladung und Regulierung übermäßiger autonomer Erregung. Wir präsentieren diese Theorie anhand einer kombinierten Fallstudie, die den denkbaren Ablauf einer SE-Behandlung darlegt. Ausgehend von diesem Beispiel präsentieren wir eine mögliche neurophysiologische Begründung für die beteiligten Mechanismen, darunter eine Theorie zu Traumen und chronischem Stress als funktioneller Dysregulation jener komplexen dynamischen Systems aus subkortikalem autonomem, limbischem, motorischem und erregungsbestimmendem System, das von uns Core Response Network (CRN), zentrales Reaktionsnetzwerk, genannt wird. Wir zeigen auf, wie die Methoden von SE dazu beitragen, die Funktionsfähigkeit des CRN wiederherzustellen und betonen die enorme Bedeutung einer Berücksichtigung instinktiver, auf den Körper zurückgehender Schutzreaktionen beim Umgang mit Stress und Traumen und wie wirksam es ist, die interozeptive, propriozeptive und kinästhetische Wahrnehmung als therapeutisches Werkzeug zu nutzen. Schließlich zeigen wir auf, dass SE und ähnlich gelagerte somatische Ansätze eine Ergänzung zu kognitiven und Expositionstherapien bieten und dass ähnliche Mechanismen wie die in diesem Beitrag dargelegten auch zur positiven Wirkung von Meditation und anderen somatischen Praktiken beitragen könnten.


Peter Payne, Peter Alan Levine und Mardi A. Crane-Godreau


Einleitung


SE ist eine neuartige Therapieform, die von Peter Levine (1-3) im Laufe der letzten 45 Jahre entwickelt wurde. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Auflösung der Symptome chronischer Stressbelastungen und posttraumatischer Belastungen. SE unterscheidet sich von kognitiven Therapien von daher, dass seine hauptsächliche Interventionsstrategie auf "unten" ansetzt, indem die Aufmerksamkeit des Klienten auf innere Empfindungen viszeraler (Interozeption) und muskuloskelettärer Art (Propriozeption und Kinästhesie) gelenkt wird, statt bei primär kognitiven oder emotionalen Erfahrungen. SE ist keine Form von Expositionstherapie – der Ansatz vermeidet es sogar gezielt, unmittelbare und intensive traumatische Erinnerungen zu wecken. Stattdessen nähert man sich den hochgradig geladenen Erinnerungen indirekt und ganz allmählich und erleichtert dabei gleichzeitig die Entstehung neuer, korrigierender interozeptiver Erfahrungen, die der Erfahrung des Überrolltwerdens und der Hilflosigkeit auf der physischen Ebene etwas entgegensetzen. Warum diese Herangehensweise Wirkung zeigt, ist das zentrale Thema dieses Beitrags.

SE teilt diese Betonung der Wahrnehmung innerlicher Vorgänge mit überlieferten meditativen Bewegungsansätzen wie Yoga, Tai Chi und Qi Gong sowie mit vielen Formen sitzender Meditation (4). Auch weniger bekannte, im Westen entstandene therapeutische ("somatische") Systeme wie etwa die Alexander-Technik (5), die Feldenkrais-Methode (6) und Continuum (7) nutzen, verallgemeinernd betrachtet, diese Herangehensweise. Die Erklärungen und Hypothesen, die in diesem Beitrag vorgestellt werden, lassen sich in gewissem Umfang auf all diese Systeme anwenden.

Wir glauben, dass die ausgefeilten und präzisen Theorien und Techniken von SE eine Möglichkeit bieten, jene Prozesse zu verstehen, die mit der Achtsamkeitsmeditation verbunden sind – sowohl ihre vorteilhaften mentalen, emotionalen und physiologischen Wirkungen als auch die Überflutung oder Dissoziation, die mit dem Auftauchen traumatischer Erinnerungen eintreten können. Darüber bietet sich durch SE die Möglichkeit, Wege vorschlagen, wie sich die Praxis der Achtsamkeitsmeditation dahingehend modifizieren ließe, dass sie Meditierenden eine Aufarbeitung von dramatischem Material ermöglicht und Traumatisierten erlaubt, auf Achtsamkeit basierende Techniken als Unterstützung bei ihrem Heilungsprozess einzusetzen. Am Ende des Artikels werden wir auf diese Ideen noch näher eingehen.

Im Laufe der letzten fünfzehn Jahre verzeichnen wir eine rasante Zunahme von Untersuchungen zur Interozeption, ihrer Beziehung zum insulären und anterioren cingulären Kortex sowie ihrer Relevanz für das Selbstgefühl und Kognitionen ebenso wie für psychiatrische Störungen. Craig (8) und Critchley (9) legten dar, welche efferenten und afferenten Bahnen die Organe mit dem Kortex verbinden; Damasio (10) und Craig (11) postulierten jeweils einen Zusammenhang zwischen Selbstgefühl und interozeptiver Wahrnehmung. Damasio stellte in seiner Theorie der somatischen Marker (12) die These auf, dass Interozeption bei der Kognition und Entscheidungsfindung beteiligt sei. Eindeutige Verbindungen fand man jedenfalls zwischen einer beeinträchtigten interozeptiven Funktionsfähigkeit und psychiatrischen Störungen wie etwa Depressionen (13), Angststörungen (14) und Suchterkrankungen (15). Das Praktizieren von Achtsamkeitsmeditation verbesserte nachweislich die Funktion der Insula sowie die Konnektivität (16) und stärkte die Interozeption (17). Eine gut funktionierende Insula wurde mit erhöhter Empathie in Verbindung gebracht (18). Sehr wenig untersucht wurde bislang der therapeutische Nutzen einer Einbeziehung der Interozeption; vgl. hierzu jedoch (19). Zum jetzigen Zeitpunkt sind uns keine fachlich begutachteten Publikationen über Untersuchungen zu SE bekannt – weder Fallstudien, klinische Studien noch Prüfungen der Wirkmechanismen des Ansatzes. [Man vergleiche hierzu jedoch die angefügte Ergänzung – Anm. d. Übers.] Zwar laufen derzeit bereits einige Studien beziehungsweise sind in Planung, aber SE, seine Methoden und seine Mechanismen bedürfen auf jeden Fall einer weiteren Erforschung. Wir hoffen, dass der vorliegende Beitrag Möglichkeiten aufzeigt, die eine aktive und strukturierte Beachtung interozeptiver und propriozeptiver Erfahrungen bietet.
Wir präsentieren eine Fallstudie zur Behandlung eines Klienten mit Hilfe von SE. Der Fall ist konstruiert, und zwar von daher, dass er sich aus Erfahrungen mit verschiedenen Klienten zusammengesetzt; die zur Veranschaulichung verwendeten Episoden stammen aus diversen Klientenakten des Verfassers. Auch bei dem Therapeuten, der um der leichteren Lesbarkeit willen in der ersten Person berichtet, handelt es sich um einen zusammengesetzten SE-Therapeuten [Anm. d. Übers.: Um der besseren Lesbarkeit willen wird hier jeweils die männliche Form verwendet]. Wir verwenden dieses Format eines konstruierten, zusammengesetzten Falles, um die Grundgedanken von SE besser auf den Punkt bringen und illustrieren zu können. Obwohl die geschilderten Interaktionen auf tatsächliche klinische Erfahrungen zurückgehen, ist nicht auszuschließen, dass der Autors bei der Auswahl der Beispiele voreingenommen sein mag. Wir präsentieren das Fallbeispiel nicht als Beleg für Hypothesen irgendeiner Art, weder im Hinblick auf SE noch bezogen auf sonstige hier dargelegte neurophysiologische Theorien.

Nach jeder Episode der Fallschilderung führen wir aus, was aus unserer Sicht neurophysiologisch bei den Ereignissen und Interventionen abläuft. Der Klient in dem vorgestellten Fall leidet nach einem Autounfall, von dem er zwar keine körperlichen Verletzungen davontrug, aber beinahe ums Leben gekommen wäre. unter einer PTBS und Schmerzsymptomen, Wir haben es hier mit einer relativ unkomplizierten Art von Trauma zu tun: ein im Erwachsenenalter erlebtes isoliertes Ereignis ohne nennenswerte Beteiligung komplexer Beziehungs- oder Entwicklungsproblematiken und ohne signifikante physische Schädigung des Körpers oder Gehirns.
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10.01.2016
Geiseln der Angst
Von Dr. Urs Honauer

Ängste prägen unsere Gesellschaft. Sie werden täglich bewusst oder unbewusst geschürt – und machen uns schnell einmal zu Gefangenen der Angst, wenn wir nicht gezielt Widerstand leisten. Die Krux an dieser Einsicht ist: viele Menschen haben keine Ahnung, was sie ihren Ängsten entgegensetzen oder wie sie sich von ihnen befreien können. Dieses Plädoyer für die Schulung eines bewussten inneren Gewahrseins als Befreiung von der Zwangsjacke der Angst will hier einen Gegenpol setzen und zur individuellen wie kollektiven Ermächtigung bezüglich dieses Zeitgeist-Themas beitragen.


Von Dr. Urs Honauer


Angst hat viele Facetten. Sie kann sich als nuanciertes Gefühl zeigen. Sie kann zu einem wilden Drachen mutieren, wenn sie nonstop im Untergrund regiert und die betroffenen Personen in einen Zustand von Hilflosigkeit und Immobilität hineinführt. Sie (zer)stört unsere Biologie, führt zu Krankheiten und entfremdet unsere Gesundheit. Sie lässt viele Menschen resignieren, psychisch abhängig werden. Sie führt oft zu sozialer Isolation, zu einer existenziell bedrohlichen Einsamkeit. Und sie paart sich gerne mit der Panik, die alles nur noch schlimmer und stärker spürbar macht, was als Bedrohung vorhanden ist. Angst ist aus dieser Sicht primär negativ.

Die Sicherheitsindustrie hat sich diesen dominanten gesellschaftlichen Fokus zunutze gemacht und hat Hochkonjunktur. Immer noch sensiblere Alarmanlagen werden entwickelt. Die Budgets für Sicherheit werden bei grossen Firmen, internationalen Organisationen oder in politischen Gremien drastisch erhöht – nicht erst seit Paris, doch seither nochmals enorm stark. Ob diese Lösungen im Aussen für das Individuum viel bringen, darf zumindest in Frage gestellt werden. Auch wenn die Versprechungen aus sogenannt professioneller Sicht in der Werbung bzw. der politischen Propaganda das flächendeckend verkünden. Mehr innere Sicherheit dank teuren und scheinbar immer optimierteren äusseren Sicherheitsbemühungen ist selten zu beobachten. Äussere Alarmsysteme garantieren nicht automatisch ein Freiheits- oder Hochgefühl. Das Beispiel von Alex illustriert diese These deutlich. Weiter lesen...




25.11.2015
Integrale Somatische Psychotherapie (ISP)
Gespräche mit Raja Selvam, PhD, über Integrale Somatische Psychotherapie (ISP) Somatic Perspectives

(Hinweis: Der vorliegende Text weicht stark vom Originalinterview ab. Er wurde im Sinne der Klarheit und des Informationsgehalts nachträglich von Raja Selvam überarbeitet.)

Serge Prengel: Ich unterhalte mich hier mit Dr. Raja Selvam. Guten Tag, Herr Selvam.

Raja Selvam: Guten Tag, Herr Prengel.

Serge Prengel: Herr Selvam, Sie haben also einen Therapieansatz entwickelt, den Sie ISP nennen. Möchten Sie uns hierzu zunächst einmal etwas erzählen?

Raja Selvam: Gerne. ISP steht für Integrale Somatische Psychotherapie. Ich werde kurz schildern, worum es sich handelt.

Ich unterrichte schon seit langem verschiedene körperorientierte Herangehensweisen an die psychologische Arbeit. Es geht mir darum, wie man diese effektiver gestalten kann, indem man den Körper und die Wahrnehmung des Körpers stärker einbezieht als im psychologischen Mainstream üblich. Durch meine Auseinandersetzung mit diesem Thema und die Erfahrungen, im Rahmen meiner Arbeit mit Klienten in vielen Ländern und als Dozent, der klinische Weiterbildungen anbietet, sind mir irgendwann ein paar Punkte klar geworden, die für mich ganz entscheidend sind.

Zum einen gibt es jede Menge an wissenschaftlichen Informationen zur physiologischen Seite der Emotionen sowie zum Selbstregulierungsprozess, nur hat sich dieses Wissen bislang nicht in der klinischen Praxis niedergeschlagen. Informationen, die sich nutzen lassen, um die Integration des Körpers in die psychologische Praxis welcher Art auch immer zu vereinfachen.

Zum anderen reicht es nicht, sich nur dem physischen Körper zuzuwenden (dem einzigen Körper, den die Wissenschaft als Ursprung unserer gesamten Erfahrungen anerkennt – dem Körper, den wir im Sarg zurücklassen oder der verbrannt wird, wenn wir sterben). Vielmehr ist es auch wichtig, den feinstofflichen Körper im Blick zu haben. Und dieser lässt sich mit wissenschaftlichen Methoden nicht messen. Oder zumindest nur mit enormem (Kosten)-Aufwand, wie etwa im Rahmen von Forschungsprojekten aus der Quanten- oder Teilchenphysik möglich.

Diesen Körper bezeichnet man im Osten als den feinstofflichen Körper. Er ist das Gegenstück zu dem Körper, der irgendwann im Sarg landet und den ich in diesem Interview den grobstofflichen oder physischen Körper nennen werde. Wie alle Objekte auf dieser Welt hat auch der grobstoffliche Körper eine Quantenebene. Der feinstoffliche Körper dagegen existiert nur auf der Quantenebene. Im Westen wird er auch oft der "Energiekörper" genannt. Dieser Begriff kann allerdings irreführend sein, da alle Körper, ob grob- oder feinstofflich, aus Energie bestehen. Sie unterscheiden sich nur in ihrer Frequenz.


Interview: Serge Prengel. Mitschrift: Cornelio. Deutsche Übersetzung: Silvia Autenrieth


Der grob- und der feinstoffliche Körper interagieren auf der Quantenebene. Ich habe mich gleichzeitig auch mit der östlichen Psychologie befasst und entdecke in der modernen Quantenphysik Parallelen zu Aspekten, von denen dort schon seit uralter Zeit die Rede ist.

Auch die westliche Kraniale Osteopathie arbeitet mit einem feinstofflichen Körper. In diesen Kreisen bezeichnet man ihn als den fluiden Körper. Über diesen sucht man die Regulierung im physischen Körper zu verbessern. Ein Unterschied zwischen den beiden Sichtweisen ist allerdings der, dass die östliche Psychologie behauptet, der feinstoffliche Körper würde den grobstofflichen überleben und sich reinkarnieren, während die Kraniale Osteopathie zu diesem Thema schweigt. Ich finde es effektiver, mit dem grob- und dem feinstofflichen Körper gleichzeitig zu arbeiten. Schließlich sind sie der Ursprung unserer gesamten Erfahrungswelt: Wahrnehmen, Denken, Fühlen, Erinnern, Handeln, Verbindung herstellen, in Beziehung treten etc. Bei näherer Betrachtung ist die Arbeit mit dem feinstofflichen Körper auch gar nicht so schwierig wie gemeinhin angenommen.

Aber wenn wir schon den individuellen feinstofflichen Körper einbeziehen, könnten wir auch gleich noch den umfassenderen, den kollektiven grob- und feinstofflichen Körper mit betrachten, der wir je nach Sichtweise entweder ebenfalls sind oder dem angehören. Und dann nehmen wir noch die Dimension des reinen Bewusstseins hinzu, den absoluten Körper oder Urgrund aller Körper, wie ihn die östliche Psychologie voraussetzt.

In der westlichen Psychologie gibt es etliche Ansätze, bei denen der grobstoffliche Körper in die psychologische Arbeit einbezogen wird. Ferner gibt es Richtungen, wo man den (individuellen) feinstofflichen Körper einbezieht, etwa in der Energiepsychologie, die sich auf die Existenz der Meridiane stützt. Einige transpersonale Schulen der Psychologie bringen einen kollektiven grob- und feinstofflichen Körper ins Spiel, der jeweils starke Auswirkungen auf unsere Psyche habe.

Daneben findet man Ansätze, die als weitere Instanz das Bewusstsein in die psychologische Arbeit einbinden. Dies ist bei fast allen Achtsamkeitsansätzen auf die eine oder andere Weise der Fall.
Meines Erachtens wäre es von daher am effektivsten, möglichst viele Körper einzubeziehen. Daneben gilt es simple Wege zu finden, um klinisch Tätigen unterschiedlichster Orientierung zu vermitteln, wie sie vorgehen können, um in ihrer Praxis eine stärkere Verkörperung der einzelnen Körper oder Dimensionen zu unterstützen, ohne etwas an der theoretischen Ausrichtung ändern müssen, an der sich ihre Arbeit mit Klienten orientiert und in der sie sich auskennen. Der Hauptfokus der Integralen Somatischen Psychotherapie oder ISP richtet sich darauf, einfache Möglichkeiten zu finden, wie der individuelle grobstoffliche Körper in psychologische Arbeit welcher Form auch immer integriert werden kann. Und zwar unter Nutzung der verfügbaren Erkenntnisse der neueren Forschung zur Physiologie der Emotionen, zur Selbstregulation und zur Integration des individuellen feinstofflichen Körpers und seiner Schichten unter verschiedenen klinischen Rahmenbedingungen. Zum Beispiel …

Lesen Sie das ganze 28 Seiten umfassende Interview mit Raja Selvam, PhD hier (PDF)

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24.05.2014
Persönlicher Brief von Peter Levine
Liebe SE-Practitioners, liebe SE-Studierende in der Schweiz und im restlichen Europa

Die Zeit meiner Ankunft für diesen nächsten Sommer in der Schweiz kommt näher – und ich habe kürzlich bei einem wunderbaren Spaziergang dem Strand von Encinitas im Süden Kaliforniens entlang darüber sinniert, wieso ich mich dazu entschieden habe, nochmals bei Euch zu lehren. Dies trotz meinem sonst immer stärkeren Rückzug aus der Öffentlichkeit und dem Lehren.

Dabei ist mir klar geworden, dass es für mich vor allem in den letzten Jahren enorm freudvoll und motivierend war, den Wachstumssprung, den viele von Euch dank dem Besuch vieler wertvoller Seminare gemacht haben, zu beobachten. Ich habe das sonst nirgends so deutlich gesehen – dafür bin ich enorm dankbar, weil mir dies die Gewissheit gibt, dass mein Kind SE dank Eurer Qualität kraftvoll in die Welt hinausgegeben wird!


Diese Dankbarkeit ist für mich ein Antrieb fürs neuerliche Aufbrechen, die Bürde des langen Reisens auf mich zu nehmen – und in Weggis und Zürich, sowie dieses Jahr auch wieder in Lausanne, mein neustes Wissen und damit den weiter vertieften Reichtum von SE mit Euch zu teilen. Das Älter-Werden gibt mir wirklich neue Perspektiven fürs Verbreiten meiner Ideen!

Ich war immer ein Verfechter des lebenslangen Lernens. Und ich erkenne in meinem fortgeschrittenen Alter, dass essenzielles Lernen ein lebenslanger Prozess ist. Immer noch mehr in Richtung Exzellenz und noch grössere Kompetenz zu gehen, ist ein Benefit des Alters. In der Schweiz habe ich die Ausrichtung in Richtung Exzellenz und noch höhere Qualität immer sehr geschätzt, auch deshalb ist es die letzte regelmässige Station meiner Lehrtätigkeit geworden.

Mir ist es in diesem Sommer ein grosses Anliegen, meine beim Schreiben des Buches zum Thema GEDÄCHTNIS gereiften Einsichten in diesem Umfeld weiterzugeben. Weil ich kürzlich erkannt habe, dass ich in der Vergangenheit während der Zeit in der Schweiz und mit Euch in diesen optimierten Lernumgebungen auch für mich selber regelmässig sehr reiche und inspirierende Momente erleben durfte für meine eigene weitere Entwicklung im SE, komme ich diesmal mit speziell grosser Freude nach Europa.

Meine zentralen Interessen des letzten Jahres bezüglich dem Zugang zu unserem persönlichen “Tiefen Selbst” und der Rolle, die das Gedächtnis dabei spielt, haben meine Sicht auf mein Lebenswerk SE nochmals ergänzt und bereichert. Ich freue mich darauf, diese neuen Einsichten mit vielen von Euch in meinen beiden MASTER ADVANCED-Kursen, am Bildungsfestival, bei den Traumatagen und den für mich selber neuen und deshalb spannenden Weiterbildungen zum falschen bzw. richtigen Gedächtnis sowie dem Zusammenspiel von Körperhaltung, Atmung und Resilienz zu teilen. Ich freue mich auch auf eine spannende, creative Zeit und neue Erkenntnisse, die in diesem Umfeld entstehen werden – bei Euch ebenso wie bei mir!

In diesem Sinne – hoffentlich auf bald in Weggis, Zürich oder Lausanne!

Peter A. Levine


Daten Peter Levine 2014 PDF
Daten Peter Levine 2014 Web


 



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Von Dr. Larry Heller
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SE im Regenwald: Expedition nach Xingu
Traumen können durch aktive Kriegsbeteiligung, Katastrophen, Verbrechen, Gewalt & Missbrauch, medizi
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04.04.2014
Human Tune In
BioSonic Klangheilung
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  Nächste Veranstaltungen  

Dezember 2016      

06. 

ENERGY DYNAMICS kennenlernen

mit Dr. James Feil (USA)


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09. - 11. 

Authentische Kommunikation (AK)

mit Dr. Urs Honauer (CH)


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09. - 11. 

Das Neuroaffektive Bilderbuch

mit Marianne Bentzen (DK)


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18. - 19. 

Trauma-sensitives Yoga

mit Dagmar Härle (D)


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20. 

Ganztägige SE Supervision

mit Dr. Urs Honauer (CH)


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29. - 02.01. 

Embodied VoiceWork - Verkörperte Stimmarbeit

mit Lisa Sokolov (USA)


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Januar 2017      

05. 

Halbtägige SE Supervision

mit Dr. Urs Honauer (CH)


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10. 

Embryologie und Geburtsprozess

mit Dr. James Feil (USA)


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13. - 15. 

ENERGY DYNAMICS
Modul I der Polarity Ausbildung


mit Dr. James Feil (USA), Michael Zangger (CH)


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17. 

Klang und Transformation

mit Vickie Dodd (USA)


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20. - 22. 

Sacred Sounds - Training

mit Vickie Dodd (USA)


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21. - 22. 

Knie, Hüften, Knöchel

mit Marty Morales (USA)


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23. - 24. 

Nackenbefreiung

mit Marty Morales (USA)


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26. - 27. 

Kreuzbein und Steissbein

mit Marty Morales (USA)


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27. 

Schnuppertag ENERGY DYNAMICS

mit Michael Zangger (CH)


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28. - 29. 

Herz, Lunge, Nieren und Blase

mit Marty Morales (USA)


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Februar 2017      

03. - 05. 

Cours d’introduction à la SOMATIC EXPERIENCING ® (SE)

mit Dominique Dégranges (CH)


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03. - 05. 

Pubertät und Erwachsene

mit Dr. Johannes Benedikt Schmidt (D)


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05. - 07. 

Einführungskurs in SOMATIC EXPERIENCING ® (SE)

mit Dr. Urs Honauer (CH)


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09. 

Ganztägige SE Supervision

mit Dr. Urs Honauer (CH)


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10. - 12. 

SOMA - Intro

mit Dr. Sônia Gomes (BRA)


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16. - 19. 

Integrale Somatische Psychologie (ISP)

mit Dr. Raja Selvam (USA)


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16. - 19. 

Was ist eine Emotion?

mit Dr. Raja Selvam (USA)


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23. 

Supervision für SOMA

mit Dr. Sônia Gomes (BRA)


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März 2017      

02. 

Halbtägige SE Supervision

mit Dr. Urs Honauer (CH)


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02. 

Darm mit und ohne Charme

mit Paki E. Heisserer (CH)


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03. - 05. 

Tinnitus-Atemtherapie nach Maria Holl

mit Maria Holl (DE)


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08. 

Schnuppertag ENERGY DYNAMICS (halbtägig)

mit Michael Zangger (CH)


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15. 

Klang und Babys

mit Dr. John Beaulieu (USA)


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16. - 19. 

SOMATIC EXPERIENCING ® Training 24 - Trainingsbeginn

mit Dr. Urs Honauer (CH)


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