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Juli 2018      

07. - 09.

10. ZÜRCHER TRAUMATAGE

THE RECOVERY OF THE SOUL
Die Rückeroberung des Seelischen in unserer Gesellschaft

Em. Prof. Daniel Hell (CH), Dr. Peter A. Levine (USA), Sherri Mitchell (USA)


820.--

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PROGRAMM-ÜBERSICHT

SAMSTAG, 7. Juli 2018
10.00 - 13.00 Uhr
Prof. Daniel Hell (CH)
Von der „Seele“ zum „Selbst“ und zum Gehirn
Nach einem kurzen Rückblick auf die Seelengeschichte in der abendländischen Kultur werden Unterschiede zwischen dem traditionellen Seelenbegriff und dem aktuellen Selbstbegriff in der Psychologie herausgearbeitet. Seelisches Erleben geht weder in Kognitionen oder in einem „kognitiven Selbst“ auf, noch ist es in einer neurobiologischen Aussensicht auf das Gehirn völlig erfassbar.
Die Rückkehr des Seelischen in Therapien
Immer mehr Menschen suchen wegen psychischen Problemen und psychiatrischen Erkrankungen Hilfe. Viele kommen mit ihren Gefühlen nicht zurecht, werten sie ab oder schieben sie von sich. Wirksam geholfen wird diesen Menschen nicht einfach dadurch, dass ihre Hirnvorgänge gemessen oder ihre Gedanken und Selbstkonzepte analysiert werden. Es braucht auch einen achtsamen Umgang mit ihrem subjektiven Erleben. Wie Achtsamkeit unter erschwerten Bedingungen und in psychischer Not unterstützt werden kann und wie Menschen ihren Seelenhunger befriedigen können, ist Teil dieses interessanten Morgens. Dabei wird auf das depressive Erleben und seiner Bewältigung besonders eingegangen.

14.30 - 17.00 Uhr
Sherri Mitchell (USA)
Tanzen mit dem Menschenfresser-Riesen:
Unser kollektives Trauma heilen und uns wieder mit unserer spirituellen Quelle verbinden

Dieser Teil des Tages nimmt die Teilnehmenden mit auf eine Reise zur Mythologie und Kosmologie der amerikanischen Ureinwohner, um unsere kollektiven Wunden zu heilen und uns wieder mit unserer spirituellen Quelle zu verbinden. Wir alle sind in unserer Vergangenheit durch gewalttätige Ereignisse in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Unterdrückte, der Unterdrücker und der Zeuge haben alle gleichermaßen an den Wunden aus unserer kollektiven Vergangenheit zu tragen. Gemeinsam schauen wir uns die psychischen und spirituellen Verletzungen an, unter denen wir alle leiden, und erfahren, wie wir die Umklammerung lösen können, mit der sie unser Herz und unseren Geist gefangen halten. Die Teilnehmenden werden gebeten, sich die Geschichte dieser Traumatisierung anzuschauen und zu erforschen, in welcher Form sie sich immer noch auf ihr Leben auswirkt. Wir lernen auch, für uns einen gemeinsamen spirituellen Raum zu kreieren und zu halten, während sich unser Trauma zeigt. Dabei erfahren wir, dass es einen sicheren Ort für uns gibt, den wir zusammen einnehmen können und wo wir ganz und unversehrt sind. Von dort aus beginnen wir, unsere Spaltungen zu heilen, so dass wir wieder in die Welt zurück gehen und uns für eine neue Zukunft für alle Lebewesen einsetzen können.


17.00 - 17.30 Uhr
Symposium mit Daniel Hell, Peter A. Levine und Sherri Mitchell



SONNTAG, 8. Juli 2018
10.00 - 13.00 Uhr
Dr. Peter A. Levine (USA)
Der Körper als Übersetzer der Seele
Wir müssen in die Tiefen des Lebens hinuntersteigen, wenn wir nach den Bedürfnissen unseres Seelenlebens suchen wollen. Bleiben diese tiefsten Bedürfnisse unberührt, leben wir unser Leben an der Oberfläche und beginnen uns dort früher oder später zu langweilen. Das Hexagram 48 („Der Brunnen“) im I GING, 2500 vor Christus geschrieben, beschreibt dies auf wunderbare Art und Weise: „Alle Oberflächlichkeit in der Lebensordnung , die tiefste Bedürfnisse unbefriedigt lässt, ist ebenso unvollkommen, als hätte man gar keinen Versuch zur Ordnung gemacht.“ Auch der deutsche Dichter Christian Morgenstern beschreibt das sehr schön, in dem er den Körper als Übersetzer der Seele ins Sichtbare umschreibt. Peter A. Levines Lebenswerk wandelt genau auf diesen Spuren. An diesem Morgen gibt er einen Überblick zu dieser spannenden Perspektive - und bezieht sein eigenes klinisches Schaffen direkt mit alten Weisheiten und Erkenntnissen aus unterschiedlichsten Kulturen.

14.30 - 17.00 Uhr
Prof. Daniel Hell (CH)
Die Rolle der seelischen Scham für die menschliche Entwicklung
Scham ist ein menschliches Gefühl und zutiefst seelisch. Sie hängt wie kein anderes Gefühl mit dem Selbsterleben von Menschen zusammen. Scham macht als Gefühlssensor auf zwischen-menschliche Missachtung und persönliche Schwächen aufmerksam. Sie zeigt einen Verlust an Selbstrespekt oder eine Identitätskrise an. Es gilt auf die Scham als „Hüterin des Selbst“ bzw. als „Selbstgefühl“ zu achten. Scham zu verdrängen statt konstruktiv mit ihr umzugehen, macht wehrloser und erhöht die Gefahr narzisstischen Gekränktseins, aber auch das Risiko, andere zu beschämen.
Umgang mit Scham in Therapien
Scham spielt als seelisches Selbstgefühl eine zentrale Rolle in Therapien. Je besser damit umgegangen werden kann, desto besser können auch versteckte Probleme, die jemanden umtreiben, behandelt werden. Da Scham als Taktgefühl Nähe und Distanz in Therapien regelt, ist ein guter Umgang – eine Art Schamtoleranz – auch auf Seiten der TherapeutInnen wichtig. Inhalt des zweiten Beitrages von Daniel Hell ist der Umgang mit eigener und fremder Scham: wie Scham maskiert wird, wie damit die Seele verschossen bleibt, wie die Seele gestärkt werden kann, indem das Schamerleben angenommen und nicht disqualifiziert wird und worauf Scham in Therapien verweisen kann.


17.00 - 17.30 Uhr
Symposium mit Daniel Hell, Peter A. Levine und Sherri Mitchell



MONTAG, 9. Juli 2018
10.00 - 13.00 Uhr
Dr. Peter A. Levine (USA)
Der Strand am Ozean des Seins
Zum Abschluss der Traumatage 2018 streicht der Begründer von SOMATIC EXPERIENCING (SE) nochmals klar heraus, dass der Fokus auf das Körperliche, das menschliche Soma, immer auch die Suche nach dem Wahren Selbst ist, das irgendwo tief im Menschen zu Hause ist. Seele und Wahres oder Authentisches Selbst sind für Peter A. Levine dasselbe. Die Rückeroberung des Seelischen bringt als Lohn eine wunderbare Form von Lebendigkeit in den täglichen persönlichen und kollektiven Ausdruck. Erst wenn Menschen diesen Ort berühren, wissen sie was es heisst, lebendig zu sein, „lebendig bis in die Tiefen unserer Seele und irgendwie auch in Berührung mit den lebendigen Gefilden des Kosmos“ (D.H. Lawrence).

14.30 - 17.00 Uhr
Sherri Mitchell (USA)
Teil 2: Tanzen mit dem Menschenfresser-Riesen:
Unser kollektives Trauma heilen und uns wieder mit unserer spirituellen Quelle verbinden


17.00 - 17.30 Uhr
Abschlussrunde





Kurssprache: Englisch mit deutscher Übersetzung

Kosten: CHF 820.--

Kursdaten, Zeiten und Ort:
07. - 09. Juli 2018 (Samstag - Montag)
Kurszeiten: 10.00 - 13.00 Uhr und 14.30 - 17.30 Uhr
Kursort: Kirchgemeinde Neumünster, Seefeldstrasse 91, 8008 Zürich

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Kursleitung: Em. Prof. Daniel Hell (CH), Dr. Peter A. Levine (USA), Sherri Mitchell (USA)

Daniel Hell, Psychiater und Psychotherapeut, langjähriger ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich und Ordinarius für klinische Psychiatrie an der Universität Zürich, zuvor Chefarzt des Psychiatriezentrums Schaffhausen. Aktuell in der Stiftung Hohenegg sozialpsychiatrisch engagiert und in psychiatrisch-psychotherapeutischer Praxis tätig.
Autor mehrerer Fach- und Sachbücher, v.a. zum Spezialgebiet Depression und zum Seelenverständnis
Maxime: “Jemand sein dürfen, statt Etwas sein müssen.“ http://www.daniel-hell.com/
Aus- und Weiterbildungen mit Em. Prof. Daniel Hell



Dr. Peter A. Levine hat während mehr als 40 Jahren die menschlichen Reaktionen auf Stress und Trauma intensiv studiert und gilt als führender Fachmann im Bereich der somatisch ausgerichteten Traumalehre. Er promovierte in medizinischer Biophysik und in Psychologie. Er war Berater für die NASA während der Entwicklung des Space Shuttles, und hat an zahlreichen Kliniken und Schmerz-Centern in den Vereinigten Staaten und Europa gelehrt. Zudem ist er Gründer und Ehren-Präsident der «Foundation for Human Enrichment» in Lyons (Colorado), einer Non-Profit-Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, unnötige Traumatisierungen von Kindern und Babys zu verhindern. Er ist Autor der Bestseller «Traumaheilung» (Synthesis-Verlag), «Verwundete Kinderseelen heilen» (Kösel Verlag) und «Vom Trauma befreien» (Kösel Verlag), „Sprache ohne Worte“. Sein neuestes Buch «Trauma und Gedächtnis» ist soeben auf Deutsch im Kösel Verlag erschienen. Peter Levine wurde mit dem 2010 "Lifetime Achievement Award" für besondere Verdienste im Bereich der Körperpsychotherapie ausgezeichnet.
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Vom Trauma befreien mit CD Sprache ohne Worte - Die Botschaften unseres Körpers verstehen Vom Schmerz befreit Trauma und Gedächtnis

Sherri Mitchell - Weh’na Ha’mu Kwasset - is an Indigenous rights activist, spiritual teacher, and transformational change maker. She is the author of Sacred Instructions; Indigenous Wisdom for Living Spirit-Based Change, a narrative of Indigenous wisdom that provides a road map for the spirit and a compass of compassion for humanity.
Sherri was born and raised on the Penobscot Indian reservation (Penawahpskek). She speaks and teaches around the world on several critical subjects connected to healing our humanity and healing our relationships with the rest of creation. Her broad base of knowledge allows her to synthesize many subjects into a cohesive whole, weaving together a multitude of complex issues and articulating them in a way that both satisfies the mind and heals the heart.
Sherri received her Juris Doctorate and a certificate in Indigenous People’s Law and Policy from the University of Arizona’s James E. Rogers College of Law. She is an alumna of the American Indian Ambassador program, and the Udall Native American Congressional Internship program. She has been actively involved with Indigenous rights, environmental justice, and spiritual transformation work for more than 25 years Sherri is the visionary behind "Healing the Wounds of Turtle Island," a global healing ceremony that has brought people together from all corners of the world. The ceremony is designed to heal our relationships with one another as human beings, and to heal the relationship between human beings and the rest of Creation.
Aus- und Weiterbildungen mit Sherri Mitchell


 
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